Donnerstag, 23. oktober 2008
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Heute mal ein Eintrag, der thematisch nur indirekt mit der Fotografie zu tun hat.
Beim Blick auf den Kalender fiel mir auf, dass vor genau 10 Jahren das Internet Einzug in unseren Haushalt hielt.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie aufregend es war:
Die plötzliche Möglichkeit des schnellen Abrufens und Versendens von E-Mails, schier unendliches Wissen hübsch eingebettet in Homepages, die damaligen analogen und ewig langsamen Modems, die
anfängliche Skepsis gegenüber diesem Medium, all das war so neu und irgendwie revolutionär. Damals war es noch relativ besonders, wenn man im Gespräch herausfand, dass noch jemand über einen
Internetzugang verfügte. Mittlerweile dürften sehr viele deutsche Haushalte am Netz hängen und das Internet ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. In vielen Schulen ist es inzwischen als
selbstverständlich angesehen, dass die SchülerInnen ihre Recherchen für Tests und Projektarbeiten aus dem Netz der Netze ziehen.
Zu meiner Zeit (Abi-Jahrgang 1995) war dies noch weit entfernt und klang sehr exotisch.
Es ist schon ein Kreuz mit dem Internet: Jetzt, 10 Jahre später, nutzt man es ohne große Überlegungen, es gehört irgendwie zum Alltag dazu. Andererseits ist man auch ein bisschen zur Geisel des www
mutiert. Viele Dinge lassen sich so gut wie nur online regeln, Kommunikation läuft vorrangig über das Internet (oder wann habt Ihr den letzten handgeschriebenen Brief erhalten? ;-)) und der Mensch
ist gläsern geworden.
Letzteres finde ich besonders bedauerlich, vielleicht auch durch einige schräge Erfahrungen, die ich als Userin öffentlicher Plattformen machen durfte. Ich bin wesentlich vorsichtiger geworden und
würde einige harmlose Dinge, über die ich mir früher so gar keine Gedanken gemacht habe, nicht mehr in Foren und Communities diskutieren.
So ambivalent mein Verhältnis zum Netz auch sein mag, ich habe einige - inzwischen sehr liebgewonnene - Menschen kennen gelernt, die ich nicht mehr missen möchte, obwohl ich ganz sicher nicht der
Mensch bin, der seine Bekanntschaften ausschließlich online sucht.
Einige davon haben mich auch in meinem Hobby, der Fotografie, bestärkt und inspiriert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ohne das Internet und seine Möglichkeiten dieses Interesse an der Fotografie
und ihren technischen Finessen hätte entwickeln können. Allein aus diesen Gründen bin ich sehr froh darüber, dass dieses Medium zur Verfügung steht.